Impfschutz

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Bild mit Sprechblase: Gegen Corona hilft noch keine Impfung, aber gegen Grippe!

Impfcheck NRW – jetzt den Impfschutz prüfen!

Landesweite Kampagne mit Unterstützung der Ärzteschaft und der Krankenhäuser

Impfungen gehören zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten. Bereits bei Kindern und Jugendlichen sollte daher auf rechtzeitigen und vollständigen Impfschutz geachtet werden. Denn auch vermeintlich harmlose Kinderkrankheiten können dramatische Folgen haben oder schlimmsten Falls tödlich sein. Im Herbst steht insbesondere die Grippeschutzimpfung auf dem Plan.

Grippeschutzimpfung in Zeiten der Corona-Pandemie

„Die Grippeschutzimpfung ist eine einfache Möglichkeit, eine schwere Krankheit zu verhindern. Für den Einzelnen bedeutet es nur einen sehr geringen Aufwand, ohne ein wesentliches Risiko. Der Nutzen nicht nur für sich selbst, sondern auch für unsere Mitmenschen, sei es die Familie oder die Arbeitskollegen, ist hoch“, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Gerade vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen und exponierten Berufsgruppen essenziell, um in der Grippewelle schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern (unter anderem bei Intensivbetten, Beatmungsplätzen) zu vermeiden. Dabei ist in der kommenden Influenzasaison 2020/21 mit den verfügbaren Impfstoffmengen der größte Effekt erzielbar, wenn die Influenza-Impfquoten in den empfohlenen Gruppen erheblich gesteigert werden.

Fragen und Antworten zur Grippeschutzimpfung im Herbst 2020 

Warum ist es während der Corona-Pandemie besonders wichtig, sich rechtzeitig gegen die Grippe – also das Influenzavirus – impfen zu lassen?

Die Influenza ist eine Infektionskrankheit, die nach wie vor unterschätzt wird, trotz – oder vielleicht gerade wegen – der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus COVID-19. Dabei sind die Influenzaviren keineswegs verschwunden. Auch im kommenden Winter wird es zahlreiche Menschen geben, die an der Grippe erkranken.  

Da sich die Symptome bei einer Erkrankung durch Influenza- oder COVID-19-Viren ähneln können, ist es sehr sinnvoll, die Grippeschutzimpfung zu nutzen und so eine Influenza zu vermeiden.
Die Gruppen, die ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, sind bei der Grippe und COVID-19-Erkrankung sehr ähnlich: Insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen.

Somit können durch eine hohe Impfquote gegen die Grippe gerade in diesen Bevölkerungsgruppen schwere Krankheitsverläufe verhindert werden und gleichzeitig eine starke Belastung oder sogar Überlastung der Krankenhäuser (u.a. bei Intensivbetten, Beatmungsplätzen) vermieden werden.

Wer sollte sich gegen das Influenzavirus impfen lassen?

Es gelten auch in diesem Jahr die Empfehlungen der „Ständigen Impfkommission“ (STIKO).

Sie rät insbesondere folgenden Personengruppen zur Influenza-Impfung: allen Personen ab einem Alter von 60 Jahren, allen Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, allen Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, Schwangeren und allen Personen, die Risikogruppen infizieren könnten.

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?

Die jährliche Influenzawelle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen.

Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen.

Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es auch im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird.

Welche Nebenwirkungen kann die Impfung haben? Wie viel Impfstoff gibt es?

Der saisonale Influenza­impfstoff ist in der Regel gut verträglich. In Folge der natürlichen Auseinander­setzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es nach der Impfung beispielsweise vorübergehend zu lokalen Reaktionen (leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle) kommen.

Für die Saison 2020/21 stehen in Deutschland insgesamt 26 Millionen Dosen Influenzaimpfstoffe zur Verfügung.

Hilft die Grippeschutzimpfung auch gegen das aktuell grassierende Coronavirus?

Nein. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Krankheitserreger. Folglich müssen die Forscher unterschiedliche Impfstoffe entwickeln.

Wie unterscheiden sich Grippe und Coronavirus-Infektion?

Der menschliche Körper reagiert auf beide Viren teilweise ähnlich – mit Fieber etwa. Es gibt jedoch auch Unterschiede in der Symptomatik.

Zu den im deutschen Meldesystem am häufigsten erfassten Symptomen bei COVID-19 zählen Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust.

Wohingegen die Influenza-typische Symptomatik oft durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu.

Allerdings erkranken längst nicht alle Infizierten so typisch und viele Infizierte durch Grippeviren bzw. SARS-CoV-2 haben nur leichte oder sogar keine Symptome.

Besteht ein erhöhtes Risiko der Ansteckung mit dem Coronavirus durch die Teilnahme an der Grippe-Impfung?

Nein, da gibt es nach heutigem Wissen keinen Zusammenhang.

Hatten die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus seit März 2020 auch Auswirkungen auf die Verbreitung der Grippe?

Ja, ganz eindeutig. Durch verstärkte Hygienemaßnahmen, das Abstand halten und die Nutzung der sogenannten Alltagsmassen hat sich die Zahl der Influenzainfektionen im Frühjahr 2020 deutlich verringert.

Kann ich Grippe und Coronavirus-Infektion gleichzeitig bekommen?

Ja, leider. Deshalb ist es so wichtig, dass sich insbesondere die als gefährdet eingestuften Personengruppen (Senioren, Vorerkrankte etc.) durch eine Impfung zumindest gegen das Influenzavirus schützen lassen.  So kann durch die Grippeschutzimpfung das Risiko einer problematischen Doppelinfektion reduziert werden.

Was spricht noch für die Grippeschutzimpfung?

Die Entlastung der Krankenhäuser. Jedes Jahr müssen deutschlandweit tausende Menschen stationär behandelt werden, weil ihre Grippe einen schweren Verlauf genommen hat. Das ließe sich durch rechtzeitige Impfung zu großen Teilen vermeiden. 

Und dann wären ausreichend Betten für Corona-Patienten frei. Zwar kann heute niemand vorhersagen, wie sich die Corona-Pandemie in Deutschland weiterentwickeln wird, doch es gibt Prognosen, die besagen, dass die Fallzahlen in der kalten Jahreszeit wieder ansteigen werden.

Warum gelingt es den Forschern relativ schnell, einen Impfstoff gegen das Influenzavirus zu entwickeln – jedoch nicht gegen das Coronavirus?

Aufbau und Wirkungsweise der Grippeviren sind entschlüsselt – die Herausforderung für die Forscher ist die jährliche Anpassung an deren durch Mutation ausgelösten Veränderungen. Das geht vergleichsweise schnell, dauert inklusive Zulassung wenige Monate.

Das Coronavirus COVID-19 jedoch war bis zu seiner Entdeckung Ende 2019 völlig unbekannt. Die Forscher mussten daher zunächst Grundlagenarbeit leisten, um die Wirkungsweise des Virus zu verstehen. Nun läuft die Entwicklung von Impfstoffen, was jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Im Internet gibt es zahlreiche Informationsquellen, zum Beispiel beim Robert Koch-Institut (www.rki.de) und bei der Bundeszentral für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de).

Kampagne „Impfcheck NRW – jetzt Impfschutz prüfen!“

Die landesweite Kampagne „Impfcheck NRW – jetzt Impfschutz prüfen!“ will mehr Menschen motivieren, ihren Impfstatus zu überprüfen und bei Bedarf komplettieren zu lassen. Optisch auffällige Plakate in Arztpraxen und öffentlichen Einrichtungen sollen dazu anregen, möglichst umgehend das Gespräch mit den Ärztinnen und Ärzten zu suchen. Idealerweise können fehlende Impfungen dann direkt nachgeholt werden.

 

Allgemeine Informationen und Empfehlungen

Impfstoffe sind hochwirksame, streng kontrollierte Arzneimittel. Das Risiko von Nebenwirkungen ist äußerst gering – moderne Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich.

Für einen dauerhaften Impfschutz müssen manche Impfungen wiederholt werden, häufig sind Kombinationsimpfungen gegen verschiedene Krankheiten möglich. Der eigene Impfstatus und der Impfstatus der Familie sollte unbedingt regelmäßig kontrolliert werden.

Auch vor Reisen, insbesondere in ferne Länder, bietet es sich an, den Impfschutz überprüfen zu lassen. So kann man sicher sein, dass nichts vergessen wird. Denn ein vollständiger Impfschutz ist nicht nur für Kinder wichtig, sondern auch für Erwachsene.

Weitere und detailliertere Informationen zum Thema „Impfen“ bieten zahlreiche Institutionen auf ihren Internetseiten.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Seit ihrer Gründung im Jahr 1967 verfolgt die in Köln beheimatete Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Ziel, Gesundheitsrisiken vorzubeugen und gesundheitsfördernde Lebensweisen zu unterstützen. Das Thema Impfen spielt dabei eine große Rolle, auf den Internetseiten der BZgA gibt es vielfältige Angebote dazu.

Impfempfehlungen, Wissenswertes, Kampagnen: www.impfen-info.de
Hygienetipps, Informationen zu Infektionskrankheiten: www.infektionsschutz.de 

Robert Koch-Institut

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Kernaufgaben des Instituts sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten. Von dort aus wird auch die Arbeit der „Ständigen Impfkommission“ (STIKO) koordiniert, einem Expertengremium, das wissenschaftlich begründete Impfempfehlungen für Deutschland ausarbeitet und aktualisiert.

Informationen des RKI zum Thema Impfen: www.rki.de

Paul-Ehrlich-Institut

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen bei Frankfurt/Main prüft und bewertet im Auftrag der Bundesregierung unter anderem Impfstoffe zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Auch die anschließende Zulassung ist Aufgabe des PEI. Die Prüfungen erfolgen nicht allein auf der Grundlage von Unterlagen, sondern auch durch experimentelle Untersuchungen und Inspektionen bei Pharmaunternehmen.

Informationen des PEI zum Thema Impfen: www.pei.de

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen

Wer sich detailliert über das Auftreten von Infektionskrankheiten in Nordrhein-Westfalen informieren möchte, ist auf der Internetseite des Landeszentrums Gesundheit NRW richtig. Das LZG in Bochum veröffentlicht wöchentlich das „Infektionsbarometer“ mit aktuellen  Zahlen zu meldepflichtigen Krankheiten in Nordrhein-Westfalen.

Informationen des LZG zum Thema Impfen: www.lzg.nrw.de

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