Pflegefachassistenzausbildung

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Porträt eines selbstbewussten Pflegeteams. Es steht in einer Schlange hintereinander vor einem weißem Hintergrund und alle strecken den linken Daumen hoch.

Pflegefachassistenzausbildung

Verordnung stellt einheitliche landesrechtliche Grundlage sicher

Mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung war es notwendig, auch die landesrechtlich geregelten einjährigen Ausbildungen in der Altenpflegehilfe und der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz in Nordrhein-Westfalen zu stärken. Diese wurden daher in der einjährigen Pflegefachassistenzausbildung zusammengeführt. Mit der dafür notwendigen Verordnung wurde ein wesentlicher Baustein für neue Bildungswege in die berufliche Pflege gelegt.

Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung Pflegefachassistenz (PflfachassAPrV) ist zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

In einer Übergangsphase bis zum 30. Juni 2021 konnten weiterhin auch die Ausbildungen in der Altenpflegehilfe und der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz begonnen und abgeschlossen werden.
 
Mit Einführung der generalistischen Pflegefachassistenzausbildung wird für möglichst viele geeignete und motivierte Interessentinnen und Interessenten der Einstieg in die pflegeberufliche Bildung eröffnet.

Über die Möglichkeit der Teilzeitausbildung kann die Ausbildung auch für die Teilnehmenden geöffnet werden, die für den Lernprozess mehr Zeit benötigen, zusätzliche Sprachkenntnisse oder einen allgemeinbildenden Schulabschluss erwerben möchten. Dieser ist notwendig für den Übergang in die dreijährigen Ausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz. Es ist dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales ein Anliegen, dass allen motivierten Menschen der Weg in die qualifizierte pflegeberufliche Bildung eröffnet wird.
 
Gleichzeitig wurden die Kompetenzen der beiden bisherigen einjährigen Ausbildungen insbesondere im Bereich der Behandlungspflege angepasst und vereinheitlicht. Grundlage sind die „Eckpunkte für die in Länderzuständigkeit liegenden Ausbildungen zu Assistenz- und Helferberufen in der Pflege“ (ASMK/GMK Eckpunkte) (BAnz AT 17.02.2016 B3). Diese sind auch für den Übergang ind die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann relevant.

Die Voraussetzungen für den Zugang in die drejährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann sind im bundeseinheitlichen Pflegeberufegesetz (§ 11) geregelt. Ergänzend zum erfolgreichen Abschluss der Pflegefachassistenzausbildung ist demnach mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich. Ohne allgemeinbildendem Schulabschluss ist - im Sinne der europäischen Vergleichbarkeit der  Pflegeausbildungen  - der Übergang in die dreijährige generalistische Ausbildung nicht möglich. 

Hinweis:
Der erfolgreiche Abschluss der Pflegefachassistenzausbildung und die damit verbundene Erlaubnis zum Tragen der Berufsbezeichnung „Pflegefachassistentin oder Pflegefachassistent" ist nicht gleichzeitig mit dem Erwerb eines allgemeinbildenden Schulabschlusses verbunden.

Informationen zur Externenprüfung in der Pflegefachassistenz für Interessentinnen und Interessenten:
 
Eine Externenprüfung ermöglicht den Erwerb eines Abschlusses, ohne den regulären Bildungsgang besucht zu haben. Die formalen Voraussetzungen für die Zulassung zu einer Externenprüfung und die Anforderungen in der Prüfung selbst entsprechen dabei denen der regulären Bildungsgänge.
 
Die Externenprüfung in der einjährigen Ausbildung Pflegefachassistenz in Nordrhein-Westfalen besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Prüfungsteil. Sie dient dem Erwerb des Berufsabschlusses „staatlich anerkannte Pflegefachassistentin oder staatlich anerkannter Pflegefachassistent“. Die reguläre einjährige Ausbildung in der Pflegefachassistenz besteht aus dem theoretischen und praktischen Unterricht (700 Stunden) sowie der praktischen Ausbildung (950 Stunden) an staatlich anerkannten Pflegeschulen.
Die Externenprüfung ermöglicht den Erwerb des Berufsabschlusses nach Landesrecht. Der Erwerb eines Schulabschlusses ist damit nicht verbunden.
 
Da die Externenprüfung den rechtlichen Prüfungsinhalten einer Abschlussprüfung im Rahmen einer einjährigen staatlich anerkannten Berufsausbildung entspricht, ist eine umfassende individuelle Vorbereitung erforderlich, da Sie in der Prüfung die dazu notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten (Kompetenzen) nachweisen müssen. Daher ist in der Regel eine individuelle Vorbereitungszeit erforderlich, um die Externenprüfung erfolgreich abzulegen. Bitte beachten Sie, dass langjährige praktische Erfahrung in der Pflege theoretische und praktische Inhalte der einjährigen Vollzeit-Ausbildung erfahrungsgemäß lediglich teilweise ersetzen kann.
 
In der Informationsschrift finden Sie die notwendigen Informationen zum Verfahren und zur Prüfung Ihrer Voraussetzungen. Zum Download geht es hier

Vergütung der Auszubildenden in der Pflegefachassistenzausbildung:
Ergänzend zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung Pflegefachassistenz wurde die Verpflichtung zur Gewährung einer angemessenen  Ausbildungsvergütung für die Auszubildenden im Pflegefachassistenz-Ausbildungsvergütungsgesetz geregelt. Das Gesetz ist ebenfalls zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Den Gesetzestext finden Sie hier.
Die Vergütung der Auszubildenden, die mit Trägern von ambulanten oder stationären Pflegeeinrichtungen einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, ist gemäß § 82a SGB XI in der Vergütung der allgemeinen Pflegeleistungen berücksichtigungsfähig.
Bei Auszubildenden, die mit einem Krankenhaus als Träger der praktischen Ausbildung einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, wird grundsätzlich das Finanzierungssystem über die Regelungen des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (Ausgleichsfonds nach § 17a KHG) weitergeführt.
Der Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung besteht nur, soweit nicht Ansprüche auf  Unterhaltsgeld nach dem SGB III oder Übergangsgeld nach den für die berufliche Rehabilitation geltenden Vorschriften bestehen oder andere vergleichbare Geldleistungen aus öffentlichen Haushalten gewährt werden. Sofern Auszubildende mit Ansprüchen der Ausbildungskosten nach anderen Vorschriften in eine Ausbildung aufgenommen werden, sind diese im Einzelfall und im Voraus zu prüfen und entsprechend durch die Bewerberin oder den Bewerber zu beantragen. Die Pflegschulen benötigen in diesen Fällen weiterhin die Zulassung nach Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung  Arbeitsförderung (AZAV).

Förderrichtlinie Ausbildung Pflegefachassistenz:
Für eine bedarfsgerechte Ausbildung in der neuen Pflegefachassistenz fördert das Land NRW den jeweiligen Schulplatz von Auszubildenden, die ihre praktische Ausbildung bei einer Einrichtung gemäß § 71 des Elften Buches Sozialgesetzbuch in Nordrhein-Westfalen ableisten, mit einem pauschalierten Festbetrag je Auszubildender oder Auszubildendem in Höhe von bis zu 585 € pro Monat. Die dazugehörige Förderrichtlinie finden Sie hier.
Falls die Ausbildung auch von Dritten gefördert wird (insbesondere Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit), darf die Gesamtförderung maximal bis zur Höhe des hier zugrunde gelegten pauschalierten Festbetrags von 585 € je Schulplatz erfolgen (sog. Aufstockung). Dies gilt unabhängig von der Trägerschaft der Pflegeschule in ganz Nordrhein-Westfalen.

 

Zuständige Behörde

Zuständige Behörden sind die fünf Bezirksregierungen. Zu ihren Aufgaben in diesem Themenbereich gehören insbesondere

  • die staatliche Anerkennung und Überwachung der Ausbildungsstätten
  • die Durchführung der staatlichen Prüfungen
  • die Erteilung, der Widerruf und die Rücknahme der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung
  • die Durchführung der Sprachprüfung und die Ausstellung des „Certificate of current professional status"
  • die Zuständigkeit für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten
     

Erweiterung der Übergangsregelung für die Altenpflegehilfeausbildung und die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz

Mit Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes wurden auch die Zugangsvoraussetzungen zur generalistischen Ausbildung gemäß § 11 Pflegeberufegesetz verändert.

Die beiden einjährigen Ausbildungen in der Altenpflegehilfe und der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz erfüllen die in § 11 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b) des Pflegeberufegesetzes geregelten Voraussetzungen für den Zugang zu den Ausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz nicht, da diese noch nicht vollumfänglich den sogenannten ASMK/ GMK-Eckpunkten entsprechen.

Zur Vermeidung von Versorgungsengpässen, zur Sicherung von Fachkräften und zur Gleichbehandlung von Schülerinnen und Schülern, die bis zum 30. Juni 2021 die einjährigen Ausbildungen in der Altenpflegehilfe oder der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz beginnen und diese erfolgreich abschließen, wurden die Bezirksregierungen gebeten, die Zugangsmöglichkeit zur Aufnahme einer Ausbildung nach § 11 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b) Pflegeberufegesetz ausnahmsweise zu gewähren.

Diese Regelung gilt nur für Absolventinnen und Absolventen, die vor dem 30. Juni 2021 die Altenpflegehilfeausbildung oder die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz aufgenommen haben.

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